
In meinem letzen Blog berichtete ich über das 2011 Global Green Ranking der Top 500 global agierenden Unternehmen und dem erneuten Siegeszug der in Europa ansässigen Unternehmen.
What makes the difference?
Was treibt nun die europäischen Unternehmen im Nachhaltigkeitsbewusstsein? Neben der bereits angesprochenen wachsenden Sensibilisierung aller Stakeholder trägt auch die deutlich striktere Regulierungspolitik der europäischen Regierungen signifikant zum Wertewandel (corporate citizen) in der europäischen Wirtschaft bei.

Bild: GO GREEN steht für CO2 neutralen Postversand der Deutschen Post AG
Zusätzlich zu nennen sind hier vor allem die ambitionierten Klimaschutzziele, die sich Europa aus den Klimaschutz-verhandlungen bis 2020 (Kyoto Protokoll) völkerrechtlich verbindlich gegeben, und in nationales Recht umgewandelt hat. So will Europa bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 20% (in Diskussion sind auch bis zu 30%) unter das Niveau von 1990 senken, sowie die Energieeffizienz um ebenfalls 20% gegenüber dem business-as-usual-Fall bis 2020 steigern. Gleichzeitig soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch im selben Zeitraum auf 20% verdreifacht werden. Um diese ambitionierten Ziele erreichen zu können, haben die europäischen Regierungen entsprechende Lenkungs- und Anreizmechanismen wie z.B. den europäischen Emissionshandel (ETS) oder die Einführung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) geschaffen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben europäische Unternehmen, vor allem die sektoral betroffenen Branchen, umfangreiche Maßnahmen zur Emissionsreduzierung und zur Effizienzsteigerung in ihren Unternehmen implementiert.
Klimaschutz ist die neue "Weltordnungspolitik" Zitat: Dr. Norbert Röttgen
Währenddessen wird z.B. seit 2009 in den USA der Clean Energy and Security Act (Waxman-Markey Bill) verhandelt, welcher es aber bisher noch nicht durch den Senat geschafft hat. Auch der kürzlich offiziell verkündete Rückzug aus dem Kyoto Protokoll durch Kanada unterstreicht die schwierigen politischen Rahmenbedingungen in Nordamerika. Somit fehlt es, so scheint es, vor allem am notwendigen politischen Willen zur regulatorischen Unterstützung beim Thema Nachhaltigkeit und dürfte im Wesentlichen das regionalspezifische Delta erklären.
Licht am Ende des Tunnels!
Dennoch darf man die sich abzeichnenden positiven Signale in Nordamerika nicht unterschätzen. Trotz fehlender regulatorischer Rahmenbedingungen scheint sich ein zaghafter unternehmerischer Trend zu mehr Nachhaltigkeit abzuzeichnen. So ist auf US Investorenseite zunehmend die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeitsindikatoren als Erfolgsfaktor im Bereich der Strategieplanung zu beobachten. Nach und nach scheint ein “Weiter so wie bisher!” nicht mehr auszureichen. Nicht zuletzt die Lehren aus der letzten Finanzkrise dürften starke Impulse zum Umdenken gegeben und das Bewusstsein dafür geschärft haben, dass kurzfristiger Gewinn und Konsum im langfristigen bilanziellen Gleichgewicht zur Nachhaltigkeit stehen müssen.
Clean Tech ist global!
Die kontinuierliche Unterstützung für nachhaltige Alternativen durch Unternehmen, Verbraucher, Shareholder und der Politik, selbst in Zeiten der Rezession, sind ein eindeutiger Beleg dafür, dass „CleanTech“ nicht mehr nur Wunsch, sondern ein fester realer Bestandteil unserer Gesellschaft geworden ist. Das breite internationale Top-Ranking der Unternehmen zeigt darüberhinaus: CleanTech ist global.